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Echte Engelwurz (Archangel)

Angelica archangelica L.

Botanik

FAMILIE: Doldenblütler (Apiaceae).
HABITUS: Bis 2,5 m hohes, zwei- bis vierjähriges Kraut, das nach dem Blühen und Fruchten abstirbt. Aromatischer Geruch. Im ersten Jahr entsteht eine fast rübenförmige Wurzel, später ein schwammiger Wurzelstock.
BLÄTTER: 3-fach fiederschnittig. Unten 60 bis 90 cm groß, oben kleiner.
BLÜTEN: Grünlichgelb, Kronblätter 1,5 mm lang. Zusammengesetzte Dolden.
BLÜTEZEIT: Juni bis August.
VERBREITUNG: Nördliche Gebiete Europas und Asiens. Bei uns auf feuchten bis nassen, nährstoffreichen Böden (Wiesen).

Giftigkeit: Engelwurz wird als schwach giftige Pflanze eingestuft, weil der Saft der Pflanze phototoxisch wirksam ist und eine Dermatitis auslösen kann.

Pharmazie

ERNTEGUT: Von März bis April gegrabener Wurzelstock, z.T. gespalten und unterhalb 40° C getrocknet. 
INHALTSSTOFFE: • Ätherisches Öl, 0,35 % - 1 %. Dieses besteht überwiegend aus  Monoterpenen (u. a. alpha- und beta-Phellandren, alpha-Pinen), kleinen Mengen Sesquiterpenen (u. a. beta-Caryophyllen) und geruchsbestimmenden, monozyklischen Lactonen (z. B. 15-Oxopentadecenlacton). • Cumarine. Hier herrschen Furanocumarine vor, wie z. B. Angelicin. Insgesamt ist das Cumarinspektrum groß. • Pflanzensäuren, wie Angelika- und Fumarsäure.
VERARBEITUNG: Teeaufguss; Abkochung.

Medizinische Verwendung

Bei Appetitlosigkeit, Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und leicht krampfartigen Magen-Darm-Störungen, sowie mangelhafter Magensäurebildung. Dosierung: Ein Teelöffel (etwa 2 bis 4 g) wird mit ca. 150 mL siedendem Wasser übergossen und nach etwa 10 Minuten abgeseiht. Eine lauwarme Tasse des Aufgusses wird eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten getrunken.

Bewertung. Die Verwendung der Droge wird von der Kommission E am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) positiv bewertet. Gegenanzeigen und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind nicht bekannt. Nebenwirkungen können die in der Droge enthaltenen Furocumarine verursachen. Diese machen die Haut lichtempfindlicher und können in Zusammenhang mit UV-Strahlung zu Hautentzündungen führen. Für die Dauer der Anwendung sollte daher auf längere Sonnenbäder und intensive UV-Bestrahlung verzichtet werden.

Homöopathie. „Angelica archangelica, äthanol. Decoctum“. Verwendet wird die frische Wurzel. „Angelica archangelica var. archangelica spag. Zimpel“ (= ein spezielles Herstellungsverfahren unter Hinzuziehung von Wärme und einer Fermentation). Verwendet wird die ganze, frische, blühende Pflanze. Die Anwendungsgebiete beziehen sich auf Indikationen nach den anthroposophischen Therapieprinzipien.

VOLKSTÜML. VERWENDUNG: Bei Husten, Bronchitis und nervöser Schlaflosigkeit. Äußerlich als mildes Hautreizmittel zur Förderung der peripheren Durchblutung und bei Rheumatismus.

 

 

geändert am 02. März 2009  E-Mail: Webmasterzuendorf@em.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 02. März 2009, 11:53
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb14/Pharmazie/Neuer_Senckenbergischer_Arzneipflanzengarten/Verdauung/Angelica.html