
Durchfall
Akute Durchfallerkrankungen treten als Folge von Magenverstimmungen, Diätwechsel, Klima-Umstellung oder durch den Genuss verderbender Nahrungsmittel auf, wobei Kinder besonders betroffen sind. Durch den Einsatz von Arzneipflanzen sollen die gereizte Darmschleimhaut vor mechanischen und bakteriellen Angriffen geschützt und die Selbstheilungsvorgänge gefördert werden.
Zu den geeigneten Arneipflanzen zählen auffällig viel Rosengewächsen, z.B. Blutwurz, Frauenmantel, Gänsefingerkraut und Odermennig. Dazu kommen mit anderer Familienzugehörigkeit die Gundelrebe, Eiche und der Andorn.
Die im Zusammenhang mit Durchfallerkrankungen auftretenden Koliken werden mit krampflösend wirkenden Arzneipflanzen behandelt. Hier stehen an erster Stelle Pfefferminze und Kamille.
Für die Behandlung länger anhaltender und schwerer Diarrhöen sind Arzneipflanzen allerdings nicht geeignet.
Wirksame Inhaltsstoffe:
ÄTHERISCHES ÖL: Die ätherischen Öle der Pfefferminze und Kamille sollen im Zusammenhang mit der Anwendung gegen Durchfall krampflindernd und blähungshemmend wirken. (Die beiden Pflanzen sind auf dem Beet „Verdauung“ angepflanzt.)
GERBSTOFFE: Die Gerbstoffe erkennt man daran, dass z.B. der Speichel in ihrer Gegenwart die Gleitfähigkeit verliert. Man empfindet ein stumpfes, trockenes Gefühl im Mund. Die zusammenziehende Wirkung kommt durch die Ausfällung der im Speichel gelösten Eiweißstoffe zustande. Auf der Haut bilden sie durch Reaktion mit deren Eiweißen eine Schutzschicht. Die Gerbstoffe der Arzneipflanzen wirken lokal; sie werden vom Darm nicht aufgenommen und sind deshalb kaum giftig. Gerbstoffhaltige Arzneipflanzen sind Blutwurz, Eiche, Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Gundelrebe, Pfefferminze und Odermennig. Im Erntegut kommen bis zu 10 % und mehr Gerbstoffe vor. Die Zahl der gerbstoffhaltigen, einheimischen Arzneipflanzen ist bedeutend größer als hier aufgeführt. Die meisten davon werden auch, aber seltener gegen Durchfall verwendet.
SCHLEIME: Schleime, z.B. aus den Kamillenblüten, wirken einhüllend und schützen entzündete Schleimhäute vor mechanischen Reizen. Häufig werden sie jedoch relativ schnell verdaut und erreichen nicht die zu schützende Darmschleimhaut.
QUELLSTOFFE: Quellstoffe wirken wie Schleimstoffe einhüllend, sind jedoch oft schlechter verdaulich und schützen effektiver. Pflanzen oder Pflanzenteile mit Quellstoffen zur Behandlung von Durchfällen finden sich im Schleim von Orchideen-Knollen, im Apfelpektin und im Mehl der Früchte des mediterranen Johannisbrotbaumes.
Erntegut und Sammelzeit
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Arzneipflanze
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Erntegut
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Erntezeit
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| Andorn |
Zweigspitzen |
Blütezeit |
| Blutwurz |
Wurzelstock |
März/April; September/Oktober |
| Eiche |
Rinde junger Zweige |
März bis April |
| Frauenmantel |
Blätter mit Stielen |
Mai bis August |
| Gänsefingerkraut |
Kraut |
Mai bis August |
| Gundelrebe |
Blühendes Kraut ohne Wurzeln |
März bis Juni |
Anwendungsweise
TEEAUFGUSS: getrocknetes Erntegut der jeweiligen Pflanze.
Häufig wird ein aromatischer Bestandteil zur Geschmacksverbesserung beigegeben. Kamille und Pfefferminze werden ohne Beimischung eingesetzt.
Angepflanzte Pflanzen
Agrimonia eupatoria L. (Odermennig), Fam. Rosaceae
Alchemilla xanthochlora ROTHM. (Gelbgrüner Frauenmantel), Fam. Rosaceae
Bistorta officinalis DELARBRE (Schlangen-Wiesenknöterich), Fam. Polygonaceae
Glechoma hederacea L. (Gundelrebe), Fam. Lamiaceae
Marrubium vulgare L. (Andorn), Fam. Lamiaceae
Potentilla anserina L. (Gänse-Fingerkraut), Fam. Rosaceae
Quercus robur L. (Stiel-Eiche), Fam. Fagaceae
geändert am 20. November 2008 E-Mail: Webmasterzuendorf@em.uni-frankfurt.de
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